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Siegburger Land Seligenthal

KapelleRochuskapelle

Hl. Rochus, 17. Jh.
Das stille Seligenthal unter dem Staudamm der Wahnbachtalsperre verrät heute nur dem Wissenschaftler etwas von seiner Geschichte.

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Seligenthaler Str. 78,
53721 Siegburg
Telefon: 02241 381170
Schwester Antonia Sondermann, OCD

Termine

Sonntag
16
August 2020
Wallfahrt zum Rochustag nach Seligenthal
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Foto 1
Seligenthal, Rochuskapelle
Foto: Olbertz, CC BY-SA 3.0

Das stille Seligenthal unter dem Staudamm der Wahnbachtalsperre verrät heute nur dem Wissenschaftler etwas von seiner großen Geschichte. Die schlichte Franziskusfigur im Giebeldreieck der 1963-1965 restaurierten Kirche erinnert an ihren Ursprung: 1231 entstand hier eine der ersten Niederlassungen der Franziskaner in Deutschland. Die Kirche ist also älter als die Minoritenkirche in Köln, die heute durch die Gräber von Duns Skotus und Adolph Kolping im Mittelpunkt steht. 572 Jahre haben Minderbrüder dort im Wahnbachtal segensreich gewirkt, bis die Säkularisation sie 1803 vertrieb. Wegen der verschiedenen Stiftungsverpflichtungen wagten die staatlichen Stellen nicht, die Kirche abzubrechen, wie es mit einem Teil des Klosters geschah. Nach langem zähem Ringen konnte 1854 die feierliche Pfarrerhebung erfolgen. Fast 100 Jahre bestand die Pfarre, bis sie 1952 aufgehoben und als Filialbezirk „St. Antonius“ der größeren Liebfrauen-Pfarre in Siegburg-Kaldauen angegliedert wurde.

Von ihrer Beliebtheit bei den Gläubigen und Ausflüglern hat die Kirche in dem stillen Tal aber nichts eingebüßt.

Folgt man von der Kirche der Baumallee, so stößt man am Talhang auf die kleine Rochuskapelle. Auf bruchsteinernem Unterbau ruht das von einem Türmchen gekrönte Dach, dessen Fachwerkgiebel etwas vorsteht und gegen Regen und Unwetter Schutz bietet. Die Inschrift im Rundbogen der Tür nennt die Jahreszahl 1709.

Die Verehrung des hl. Rochus brachten die Franziskaner schon 1500 nach Seligenthal. Nach Übertragung seiner Gebeine nach Venedig im Jahre 1485 breitete sich die Verehrung dieses Schutzpatrons gegen Pest, Cholera und andere Seuchen und Leiden sehr aus, zumal nach der Entdeckung Amerikas 1492 viele, bis dahin unbekannte Krankheiten, wie auch die Syphilis eingeschleppt wurden. St. Rochus war aber auch der Patron der Gefangenen, der Kranken, wie auch der Ärzte und Apotheker, der Bauern und Gärtner, besonders aber der Siechenhäuser und Spitäler.

In Seligenthal wurde ein Stück des Gewandes des hl. Rochus gezeigt. Am 16. August kamen zu seinem Fest, wie auch an anderen Tagen, viele Pilger. Besonders 1667, als in dieser Gegend die Pest wütete, und 1706, als die rote Ruhr ihre Opfer forderte, wuchs die Zahl der Wallfahrten an. Von Siegburg aus pilgerte man besonders eifrig und bat um Abwendung der Epidemien. Die Pilger vergaßen aber auch nicht das Danken, und so wurde 1709 diese Kapelle errichtet, zu der auch in den folgenden Jahren von allen Seiten Prozessionen und Einzelpilger kamen. Für das Jahr 1928 wurden noch 13 Prozessionen mit etwa 2000 Pilgern gezählt. Die Siegburger Prozession opferte am Sonntag nach dem Rochusfest in Seligenthal eine Kerze, zu der die Stadt 1809 in ihren Kassenbüchern die Höhe ihres Beitrags verzeichnet hat. Die Geistinger versprachen im letzten Krieg eine jährliche Wallfahrt zum hl. Rochus und kommen nun regelmäßig mit einer großen Kerze, die dann acht Tage brennt. Weil die Zahl der Pilger und Besucher in den letzten Jahren wieder angestiegen ist hat die Gemeinde die Kapelle restauriert und damit gezeigt, daß die Dankbarkeit unserer Vorfahren, die sie bauten, auch uns heute zur Dankbarkeit gegen Gott und unsere heiligen Fürsprecher bei ihm verpflichtet.

Die Holzfigur des hl. Rochus auf dem Altar der Kapelle stammt aus der Erbauungszeit. Der Heilige weist in eindrucksvoller Geste auf seine Pestbeule, die er sich in der Pflege der Kranken zugezogen hatte. Steht nicht auch heute unsere hochmoderne Medizin vor Krankheiten, die nicht durch Technik, sondern durch Sinnesänderung, Selbstzucht und Hilfsbereitschaft überwunden werden müssen? Dazu ruft auch uns die Gestalt des hl. Rochus auf.

Gebet

Morgensegen

"Barmherziger und guter Gott, segne diesen Morgen, den du mir geschenkt hast, dass es ein Tag des Heils werde, ein Tag, der mir und den Menschen um mich herum Segen bringt und Früchte trägt, die bleiben. Segne mich und alles, was ich heute in die Hand nehme, was ich anpacke, berühre, forme und gestalte. Lass meine Arbeit zum Segen werden für andere. Segne mich, damit ich selbst zu einer Quelle des Segens werden darf für die Menschen, denen ich heute begegnen werde." Anselm Grün

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